Freitag, 12. November 2010

Zigeuner in der U-Bahn

Wie die Hamburger Lokalpresse berichtet, soll es gestern in der Hamburger U-Bahn zu einer Lautsprecherdurchsage gekommen sein, mit der ein Fahrer die Fahrgäste mit den Worten gewarnt habe: "Passen Sie bitte auf Ihre Wertsachen auf; es befinden sich Zigeuner im Zug."

Der Informant habe dies selbst gehört und daraufhin versucht, sich bei der Hochbahn zu beschweren. Dort sei aber niemand ans Telefon gegangen. Von den übrigen Fahrgästen hätte sich keiner etwas anmerken lassen. Oder möglicherweise haben die auch wirklich nichts gemerkt. Viele von denen haben ja auch Kopfhörer auf. Oder hören an sich nicht mehr so gut.

Einer jedenfalls hat es gehört. Die Hochbahn nimmt den Vorfall, wie man liest, "sehr ernst", was immer damit gemeint ist. Man versuche derzeit, den verantwortlichen Fahrer zu identifizieren.

Soll man über diesen Vorfall jetzt lachen oder doch lieber empört sein?

Kommentare:

  1. Klage einreichen: auf entgangenen Gewinn

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  2. "Verehrte Fahrgäste, aufgrund eines von mir vermuteten - indes kriminologisch keinesfalls nachgewiesenen - Zusammenhangs zwischen dem früheren Zusteigen von Angehörigen einer sogenannten mobilen ethnischen Minderheit in diese U-Bahn und dem danach vermehrten Auftreten von Eigentumsdelikten in derselben U-Bahn, möchte ich Sie drigend darum bitten, Ihre Wertsachen im Auge zu behalten, da sich die vorgenannten Personen nunmehr in Ihrem Wagen befinden!"

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  3. Nicht einmal diese Formulierung wäre politisch korrekt:

    "Verehrte Fahrgäste! Angehörigen einer sogenannten mobilen ethnischen Minderheit haben diese U-Bahn bestiegen. Ohne damit einen - ohnehin kriminologisch keinesfalls nachgewiesenen - Zusammenhang zwischen der Anwesenheit jener Personen und etwa dem vermehrten Auftreten von Eigentumsdelikten herstellen zu wollen, ergeht an alle Fahrgäste die anlassfreie allgemeine Bitte: lassen Sie Ihre Wertsachen nicht unbeaufsichtigt!"

    Besser wäre, den Anlass gar nicht zu erwähnen:

    Verehrte Fahrgäste! Um Taschendiebstählen vorzubeugen möchten wir Sie grundsätzlich bitten, Ihre Wertsachen niemals unbeaufsichtigt zu lassen."

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  4. Ist doch ein klasse Service.

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  5. Klarer Fall, Fahrer ist Verräter-Mann.

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  6. Der ganze Antiziganismus hier ist unerträglich und der Positionen der einzelnen Autoren nicht angemessen.

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  7. Als erstes verstoßen die Musiker in den U-Bahnen gegen die Beförderungsbestimmungen. Die angebliche Äußerung ist nicht angemessen und vielleicht hat der angebliche Fahrgast dies auch nicht richtig verstanden oder hat ein betroffender selbst sich beschwert um seinen Markt zu schützen? Die Hochbahn hat Beförderungsbestimmungen und ist zu FEIGE diese auch umzusetzen. Sollte der Zugfahrer die aber tatsächlich gesagt haben ist das nur ein Zeichen von geistiger Schwäche.

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  8. Ist der Informant vielleicht ein Denunziant?

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  9. Sehr geehrte Fahrgäste,
    nicht nur die Bundesregierung will Ihnen Ihr Geld aus der Tasche ziehen.
    Beware of the pickpockets!

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  10. Ein ziemlich gemeiner Fall von Vorurteilen. Als Taschendieb wäre ich über so eine Diffamierung auch stinksauer gewesen.

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  11. Es befinden sich Anwälte im Internet. Bitte stellen Sie sich drauf ein gleich, kostenpflichtig und zu horrenden Gebühren für Nichtigkeiten abgemahnt zu werden.
    Ich lach mich tot!
    Wenn Sie dieser blöde Spruch ärgert, sollten Sie daran denken, dass SIE Ihren Job ausgesucht haben, die sog. Zigeuner (besser Sinti und Roma) allerdings eine Volksgruppe sind. Von der Vergangenheit mal ganz zu schweigen...

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  12. "Passen Sie bitte auf ihre Kinder auf; es befinden sich Priester im Zug."


    #k.

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  13. Ääh, was hat der Schaffner jetzt falsch gemacht? Der größere A**** ist jedenfalls die Petze. Die vermeintlichen "Zigeuner" sind max. beleidigt. Der Fahrer wird wahrscheinlich polit. korrekt abgemahnt. Wo kommen wir denn da hin, wenn einfach mal jemand nen klaren Satz formuliert... Was lernen wir daraus: Immer schön nebulös bleiben und im Zweifel die Schnauze halten. Als ob wir sonst keine Probleme hätten.

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