Montag, 9. März 2015

Hässlicher One-night-stand


Es ist so eine Art Fernsehsender, der auf Deutschlands Plakatwänden aktuell mit seiner wohl prominentesten Serie wirbt, dem "Breaking Bad"-Spin-off  "Better call Saul". Kollege Saul wirbt selbst wie eine Sau, das war früher schon so, siehe z. B. hier.

Jetzt wirbt sein Sender mit ihm. Eines der Plakate hat es mir besonders angetan; dieses hier.
"Dein One-night-stand war hässlich? Verklag die Brauerei
heißt es darauf. Das ist eine erstklassige Werbung, nur eigentlich nicht für einen Sender, sondern für einen Anwalt. Wir haben es also mit etwas multipel Selbst-reflexivem zu tun, einem Sender, der für seine Anwaltsserie wirbt, wie für den Anwalt selbst. Das ist kommunikationstheoretisch höchst interessant. Hier verschränken sich Wahrheit und Fiktion auf bisher nicht gekannte Weise.

Nur eins noch: Anwälte selbst dürften in Deutschland auf diese Weise gar nicht werben. Das würden die zuständigen Rechtsanwaltskammer als unsachlich geißeln und dem betreffenden Kollegen eine Rüge erteilen.

Ein Sender darf das, denn er ist ja kein Anwalt. Wie ungerecht.


Kommentare:

  1. Ich finde am besten: Kriminelle sind Menschen wie du und ich! :-)

    AntwortenLöschen
  2. Auch gut: "Das Wetter ist scheiße? Verklag deine Wetter-App!"

    AntwortenLöschen
  3. Hab das zufällig auch gerade zum Thema Werbung von Anwälten gelesen: Anwaltsgericht Köln, Beschluss vom 10. November 2014 (Az. 10 EV 490/14) http://www.pornoanwalt.de/?p=11313

    AntwortenLöschen