Dieses Mal gibt es besonders viele Gerichte, die mit einem grünen Haken versehen sind. Das sieht gut aus und wirkt irgendwie gesund oder zumindest ökologisch. Voller Interesse habe ich daher in der Legende am Ende der Speisekarte nachgeschaut, was der grüne Haken bedeutet, und nun bin ich verwirrt. Dort steht zur Erklärung:
"Bestandteile dieses Gerichts beinhalten keine Erzeugnisse, die aus oder mithilfe von Erzeugnissen hergestellt werden, die aus verendeteten, geschlachteten oder aufgrund ihres Verzehrs zu Tode gekommenen Tieren gewonnen wurden".
Muss mich das beunruhigen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was ich da lese. Bestandteile enthalten keine Erzeugnisse? Was ist mit den anderen Bestandteilen? Enthalten die Erzeugnisse? Was für Erzeugnisse? Am Ende gar solche, die mithilfe verendeter Tiere gewonnen wurden? Welchen Beitrag haben die verendeten Tiere hierzu geleistet und woran sind die Tiere verendet, wenn sie nicht geschlachtet wurden?
Am allermeisten aber verunsichert mich der letzte Teil des Satzes. Möglicherweise enthält mein Essen Bestandteile, die Erzeugnisse beinhalten, die aus "aufgrund ihres Verzehrs zu Tode gekommenen Tieren" gewonnen wurden! Aufgrund des Verzehrs zu Tode gekommen, also im Essensvorgang? Heißt das, dass die Deutsche Bahn AG mir lebende Tiere ins Essen mischt?
Meine Verunsicherung wird nur wenig gebessert durch die englische Übersetzung des Satzungetüms, die dem ganzen Treiben erstaunlicherweise aber eine Verneinung voranstellt:
"No parts of this dish contain any products which were made from or with the aid of products derived from animals that have died, have been slaughtered, or animals that die as a result of being eaten."
Auch hier: Tiere, deren Tod das Resultat des Essvorgangs ist! Vielleicht aber auch nur ein Übersetzungsfehler aus dem Japanischen. Ich muss mir sicherlich keine Sorgen machen, habe aber vorsorglich nur ein Stück leckeren Butterkuchen gegessen.

Verwirrend. Mir fiele höchstens noch das hier ein: wenn Tiere andere tote Tiere essen (zB Tiermehl, etc) und daran zu Tode kommen...
AntwortenLöschenDer Butterkuchen war aber auch SEHR dubios.
AntwortenLöschenDie deutsche wie auch die englische Fassung ist der auf EU-Ebene standardmäßig verwendeten Definition von "vergetarisch" entnommen; die Deutsche Bahn kommt damit ihrer Verpflichtung nach - s. zuletzt EU-LebensmittelkennzeichnungsVO 2011 nebst Durchführungsakten - , über die Eignung ihrer Produkte für Vegetarier und Veganer zu informieren. Mit einem Mindestmaß an gutem Willen sollte man eigentlich auch als Strafverteidiger verstehen können, was hier gemeint ist.
AntwortenLöschenGuten Willen dürfen Sie bei Nebgen nie voraussetzen. Hier ging es ihm nur um populäres Stammtisch-Bahn-Bashing.
AntwortenLöschenWas interessieren da Fakten und EU-Verordnungen.
Rough Justice
"beim Verzehr zu Tode kommen" dürfte vermutlich auf Austern und ähnliches lebendig gegessenes Viehzeugs zutreffen, oder?
AntwortenLöschenWobei ich ja der Ansicht bin, dass Austern nur gegrillt verzehrfähig sind -- und dann immer noch zu teuer...
Den Text haben sich eben Juristen ausgedacht. ;-)
AntwortenLöschenBUTTERkuchen? Und wenn die arme Kuh beim Melken verstorben ist?
AntwortenLöschenGanz einfach: das Essen ist vegetarisch, aber nicht vegan.
AntwortenLöschenIch bin ja Frutarier. Für mich wäre das nichts. :-)