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Donnerstag, 28. Juli 2011

Einen Sheriffstern für Herrn Haseloff

Es gibt Haselmäuse, Haselnüsse, es gibt das Haselhörnchen (sehr empfehlenswert!) und es gibt Haseloff - Reiner Haseloff, der gerne auch mal auf eine gewisse Namensähnlichkeit mit David Hasselhoff hinweist. Reiner Haseloff ist seit einiger Zeit Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Ob er auch soviel trinkt wie sein Fast-Namensvetter aus Amerika ist nicht bekannt, wenn man aber Herrn Haseloffs jüngste Äußerung zur Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten so liest, dann könnte man da auf gewisse Ideen kommen.

Herr Haseloff lehnt Namensschilder für Polizeibeamte ab. Und er tut das aus guten Grund; er sagt:

"Auch aus der deutschen Geschichte halte ich eine Kennzeichnungspflicht für Menschen schlicht und einfach für unerträglich und inaktzeptabel." (O-Ton Haseloff, zitiert z. B. hier)

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist empört. Die Kennzeichnung der Polizei mit dem Judenstern zu vergleichen, sei "an den Haaren herbeigezogen". Da hat der Zentralrat der Juden sowas von Recht - aber der Haseloff rudert zurück. Die Juden habe er gar nicht gemeint.

Und nun geht das Rätselraten los: Welches geschichtliche Ereignis mag der Herr Haseloff wohl stattdessen gemeint haben, das ihm die Freude an Namensschildern für Polizisten so nachhaltig vergällt hat? Oder wollte sich Herr Haseloff einfach nur ins Gespräch bringen, und sei es um den Preis der Nominierung für die dümmste öffentliche Äußerung 2011?

Vielleicht kann sich Herr Haseloff für solcherlei Unfug auch irgendwann etwas ans Revers stecken, einen Sheriffstern vielleicht.

Montag, 5. Juli 2010

Andersartige Lemminge im Fokus

In der deutschen Presselandschaft gibt es Publikationen, die sind seit jeher für ihren politischen Standpunkt bekannt. Die BILD ist konservativ, der Stern ist linksliberal und die taz ist nur links.

Diese altbewährte Einteilung ermöglicht dem geübten Leser, seine eigene Meinung im Blätterwald wiederzufinden und so zu verhindern, dass er ungewollt andersartigen Ansichten ausgesetzt wird. Sonst würde er von denen am Ende noch hinterrücks überzeugt - Wer will das schon!

Deswegen ist es für eine gewollt konservative Zeitschrift wie den Focus zwingend erforderlich, sich vom Klassenfeind - dem Spiegel - inhaltlich um jeden Preis abzusetzen. Das ist leicht, wenn es um Personen geht, die sich recht einfach im politischen Spektrum einordnen lassen. Wulff ist CDU, also gut; Gauck ist SPD, also schlecht.

Wie aber ordnet man ein parteipolitisch neutrales Geschehen in der politischen Landschaft ein? Wie verhält man sich z. B. im Fall Kachelmann, der ja nun keiner Partei ohne weiteres zuzuordnen ist? Der Focus macht es vor: Man wartet einfach ab, was die Konkurrenz schreibt und ist dann dagegen. So wie ein Lemming, der in die falsche Richtung läuft. Das ist in diesem Falle - mal wieder - derartig erbärmlich geworden, dass man sich fragt, ob beim Focus eigentlich Journalisten arbeiten.

Aber die tun wohl einfach nur ihren Job.